STREIFENWEISE

Kultur | DREHLI ROBNIK | aus FALTER 14/05 vom 06.04.2005

Dass er wichtig sei, heißt es seit der Berlinale über den auf Fakten beruhenden südafrikanisch-irischen Film "Hotel Ruanda". Fragt sich nur, für wen es so wichtig ist, dass eine Soap Opera sich des 1994 von westlicher Medienöffentlichkeit und Geopolitik vernachlässigten Völkermordes in Ruanda annimmt. Zwei-, dreimal wird im Dialog die wohlhabende weiße Welt gescholten - Kolonialherren hätten einst die Teilung in Hutu und Tutsi institutionalisiert, heute seien die Leute in Ruanda dem Westen einen Dreck wert. Ansonsten war es Regisseur Terry George richtig wichtig, die Dramatik der Ereignisse zu melken: so viel Leid, Flucht, Hass, Bosheit, Rettung in letzter Sekunde, so viel Ethnoschmalzsound über pittoreskem Massaker und Flöten, immer wenn Kinder ins Bild kommen. Aber auch (wichtig!): so viel Edelmut, verkörpert von weißen Halbstars (Nick Nolte in Auftritten, die an Franz Muxeneder erinnern) und von Don Cheadle als Manager eines belgischen Hotels, das Hunderten Tutsi Schutz


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