Blendende Bluffer

Kultur | KLAUS TASCHWER | aus FALTER 14/05 vom 06.04.2005

LITERATUR Die Südamerikaner Jorge Edwards und Santiago Gamboa erzählen in ihren Romanen auf köstliche Weise von Betrug und Selbstbetrug. 

Schon der kluge Montaigne fand für den Betrug durchaus entschuldigende Worte: "Ich weiß, er hat oft nützliche Dinge geleistet; er ermöglicht die meisten Geschäfte der Menschen und lässt sie sich entwickeln." Von der Bedeutung des Betrugs in der Weltliteratur einmal ganz zu schweigen, spielt er doch in vielen der größten Romane eine der Hauptrollen - sei es nun in Form des Selbstbetrugs von Don Quixote oder des Ehebruchs der Madame Bovary. Was aber ist mit jenen, die betrogen wurden? Oder sich das zumindest einbilden?

  Patricio Illanes, der tragikomische Held des ersten übersetzten Romans von Jorge Edwards ist so einer: Der Arzt aus Chile, der in Paris im Exil lebt, verdächtigt seine Frau, eine Affäre mit einem gemeinsamen Freund gehabt zu haben. Nahrung für diese Mutmaßung liefert ein Foto, das der Siebzigjährige in der Hinterlassenschaft


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