"Ich kann gut nichts tun"

Politik | ROBERT MISIK | aus FALTER 15/05 vom 13.04.2005

ARBEIT Der Berliner Kulturphilosoph und gefeierte Buchautor Wolfgang Engler über die Notwendigkeit eines Grundeinkommens, die unsinnige Gleichung "Arbeit = Leben" und Schikanen am Arbeitsamt. 

Wolfgang Engler, 53, Kulturphilosoph an der Regie- und Schauspielschule "Ernst Busch" in Berlin, hat mit seinem Buch "Bürger, ohne Arbeit" (erschienen im Aufbau-Verlag) den Sachbuch-Renner der Saison geliefert. Die Zeit feierte ihn als Autor einer "neuen Utopie", auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung pries Engler in höchsten Tönen, während die Süddeutsche an der mäandernden, "ungestalten" Gedankenbewegung des Gesellschaftskritikers herummäkelte.

Falter: Heute schon gearbeitet?

  Wolfgang Engler: Noch nicht ...

Es ist knapp vor Mittag!

Ich kann ganz gut auch nichts tun.

Wir leben ja in einer Welt des Arbeitsglaubens: Nur wer arbeitet, gehört dazu, wer nicht arbeitet, gehört nicht dazu.

In der Tat. Es gab eine Zeit, vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Siebzigerjahre des 20. Jahrhunderts,


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