Straftat: Heirat

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 15/05 vom 13.04.2005

FREMDE "Hatten sie vorehelichen Geschlechtsverkehr?", "Wo ist die Zahnbürste Ihres Mannes?"- der Staat dringt beim Kampf gegen die "Heiratsmafia" schon jetzt tief in die Privatsphäre der Bürger ein. Die Regierung will jetzt auch Haftstrafen. 

Als die Krankenschwester Manuela K. spätabends im Verhörzimmer Platz nahm, lasen ihr die sogenannten "Ermittlungsbeamten" zunächst einmal ihre Rechte vor. Sie könne ihren Anwalt anrufen und die Aussage verweigern, aber sie müsse sich im Klaren sein, dass ihre Angaben nun auch gegen sie verwendet werden könnten. Was die vierfache Mutter verbrochen hatte? Sie hatte einen Mann aus Bangladesch geheiratet. Den Beamten kam das seltsam vor. Sie vermuten "Scheinehe zum Erhalt der Niederlassungsbewilligung" und begannen ein stundenlanges Verhör.

  Es wurde gut vorbereitet. Die Ermittlungen lesen sich wie ein Kafka-Roman. Eine Einsatzgruppe mit dem geheimnisvollen Namen "E6" bekam da zum Beispiel höchste Weisung, Nachschau in der "angeblich ehelichen


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