Verzichten und vernichten

Kultur | DREHLI ROBNIK | aus FALTER 15/05 vom 13.04.2005

FILM Die Reihe "Kino und Nationalsozialismus" des Filmarchivs Austria zeigt Anti-Nazi-Thriller aus Hollywood, Hetz- und Schmähfilme aus Wien und Kriegsfilme von der völkischen Fortpflanzungsfront. 

Das Filmarchiv zeigt zurzeit eine Schau mit dem Titel "Kino und Nationalsozialismus"; das kann viel heißen. Zum Beispiel: Ein verlobtes Paar vom Land gönnt sich was und geht in der Stadt ins Kino. Dort läuft eine Wochenschau mit Paraden: erst schöne Körper, dann Militär. Begeistert springt das Kinopublikum auf und singt die Nationalhymne; einige attackieren wütend das Paar. Die Frau bringt den schwerverletzten Mann ins Spital, wo es heißt, für Leute ihrer ethnischen Herkunft sei hier kein Platz.

  Was bedeutet diese Sequenz aus dem Komplex Kino und Nationalsozialismus? Sie spielt im Sommer 1939 in Polen, im Kleinstadtkino laufen Fox-Wochenschaubilder einer Misswahl in den USA und polnischer Armeeparaden. Das singende Publikum attackiert "Volksdeutsche", denen von der Mehrheitsbevölkerung


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige