Mit Dildo und Dogge

Kultur | SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 15/05 vom 13.04.2005

LITERATUR Michael Turners Roman "Das Gedicht des Pornographen" hält zumindest zum Teil, was der Titel verspricht. 

Um den Leser nicht unnötig auf die Folter zu spannen: Ja, dieses Buch hat "Stellen". In Hülle und Fülle. Wo T.C. Boyle in seinem Kinsey-Roman "Dr. Sex" mit ungewohnter Zurückhaltung wegschaut, da hält sein kanadischer Kollege Michael Turner die Kamera voll drauf.

  Dessen dritten Roman, "Das Gedicht des Pornographen", kann man irgendwo in der zweiten Hälfte aufschlagen und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Sätze stoßen wie: "Und da kam eine Menge." Oder: "Obwohl er nicht gerade spektakulär war, sah sein Schwanz ganz gut aus, wie er da so aus seiner Hand hervorschaute." Es geht in diesem Buch also, wie im Titel versprochen, um Sex, Sex, Sex.

  Vor dem "Pornographen" steht da aber noch das "Gedicht". Diese zweite Verheißung scheint Turner zunächst nicht erfüllen zu können, beginnt er sein Buch doch mit nüchternen filmischen Rückblenden auf die ersten Pornoerlebnisse


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