TIER DER WOCHE

Schafmacherei


PETER IWANIEWICZ
Stadtleben | aus FALTER 15/05 vom 13.04.2005

"Der gute Hirte gibt hin

sein Leben für seine Schafe"

Johannes 10,11

Erwählet kein Patrizierkind / Erwählet einen vom Plebse / Erwählt nicht den Fuchs und nicht den Leu / Erwählt den dümmsten der Schöpse", dichtete Heinrich Heine kritisch zur Revolution von 1848, und diese Verse scheinen zurzeit in Österreich - auch wenn der Ausdruck "Schöpse" für kastrierte Schafe etwas aus der Mode gekommen ist - wieder besonders aktuell zu sein.

Weltweit gibt es fast 1,5 Milliarden Schafe, und deren Anzahl ist in den vorangegangenen Jahrzehnten fast um ein Viertel gestiegen, und auch bei uns nahm die Zahl dieser Tiere zu. Die wesentlichen Produkte von Schafen sind Wolle, Milch und Fleisch. Während Schafzüchter bis Mitte des 20. Jahrhunderts noch fast neunzig Prozent ihres Einkommens aus dem Verkauf von Wolle bezogen, hat dies jetzt nur mehr für eine kleine Minderheit von weniger als zehn Prozent Bedeutung. Wirtschaftlich relevant ist nun hauptsächlich der Handel mit Lämmern, also Tieren, die

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