Ganz normale Obersteirer

Steiermark Politik | THOMAS GELDMACHER | aus FALTER 15/05 vom 13.04.2005

ZEITGESCHICHTE Vor sechzig Jahren ermordeten Angehörige des Eisenerzer Volkssturms unterhalb der Präbichl-Passhöhe knapp 300 ungarische Juden. Seit fünf Jahren bemüht sich die Stadtgemeinde Eisenerz um angemessenes Erinnern. 

Heute. Saukalt ist es am 7. April 2005 am Präbichl. Der höchste Punkt der Passstraße liegt immerhin auf 1226 Meter Seehöhe, und trotz Sonnenscheins frieren die meisten der vielleicht achtzig Teilnehmer an der Gedenkveranstaltung. Aufgrund des Windes und des vorbeidonnernden Schwerverkehrs sind die Worte der Redner kaum vernehmbar, aber es werden - so viel ist zu verstehen - die üblichen Verdächtigen zitiert: Paul Celan, Erich Fried, Primo Levi, Adolf Hitler. Dann legen der Bürgermeister von Eisenerz und der Vertreter des Mauthausen-Komitees einen Kranz vor dem Mahnmal nieder; alle Anwesenden sind froh, als sie wieder in den großzügig geheizten Shuttlebus steigen dürfen.

  Gestern. Am Abend des 6. April 1945 trifft sich die Alarmkompanie des Eisenerzer


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