Münteferingismus

Vorwort | ARMIN THURNHER | aus FALTER 16/05 vom 20.04.2005

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Ist es bloß sozialdemokratische Wahlrhetorik, oder darf man den Kapitalismus wieder kritisieren? ,

Müntefering. Mit diesem Namen kann man keinen Kommentar beginnen! Kürzlich aber sagte der Vorsitzende der SPD in einer programmatischen Rede Dinge über den Kapitalismus, die man nur dann nicht als kommunistische Propaganda empfände, wenn sie der Papst brächte. Einem gewöhnlichen Kaplan oder Pfarrer ließe es die Öffentlichkeit kaum durchgehen, spräche er in einer Predigt von den Kohorten des Finanzkapitals, die über einen Betrieb herfielen wie die Heuschrecken, alles abfräßen und dann zum nächsten weiterzögen. Von Investoren, die nur ihre Rendite vor Augen hätten und dabei keine Menschenschicksale mehr vor sich sähen.

Gewiss, Franz Müntefering formulierte etwas weniger biblisch, aber von Heuschrecken sprach er tatsächlich. Da jaulten sie auf in Deutschland, und hierzulande fingen sie wieder an, von der Gefahr Rot-Grün zu faseln, vom drohenden Sozialismus


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