Zwei im Parallelschwung

Vorwort | ANTON PELINKA | aus FALTER 16/05 vom 20.04.2005

KOMMENTAR SPÖ und ÖVP feiern ihr 60-Jahre-Jubiläum. Haben die Großparteien ihre Ideale verraten? 

Bevor die Zweite Republik gegründet, also die Unabhängigkeit Österreichs am 27. April 1945 offiziell kundgemacht worden war, gab es schon die Parteien. Diese schufen sich die Republik nach ihren Interessen, freilich unter den von den Alliierten vorgegebenen Rahmenbedingungen.

  ÖVP und SPÖ wurden Mitte April 1945 neu gegründet und standen dennoch für Kontinuität. Die ÖVP führte zunächst ausdrücklich den Appendix "vormals Christlichsoziale" an, und die SPÖ verwies in einem Klammerausdruck darauf, dass sie sich als Einheit von Sozialdemokraten und Revolutionären Sozialisten verstand. Beide wollten einen Neuanfang - und gleichzeitig ihre Wurzeln unterstreichen.

  Zunächst war da noch eine dritte Partei, die KPÖ. Doch diese wurde durch das Wahlergebnis des November 1945 schnell zurechtgestutzt. Und dann wurden die österreichischen Kommunisten auch noch Opfer des Kalten Krieges.


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