NEUE PLATTEN

Kultur | aus FALTER 16/05 vom 20.04.2005

KLASSIK

Mozart: Klaviersonaten K 330-332

Andreas Staier (Fortepiano)

Harmonia Mundi/Helikon

BStundenlange Diskussionen, wie sie Musikologen über die verschiedenen Verzierungspraktiken historischer Stile führen können, mögen öde wirken; aus ihren Ergebnissen freilich kann man spannende Sachen machen. Welche, zeigt Andreas Staier anhand von Mozarts drei Klaviersonaten K 330 bis 332 auf dem Nachbau eines historischen Wiener Fortepianos (Anton Walter): Triller, Vorschlag, Mordent und andere Schlenker dienen ihm nicht bloß als Ornament, sondern als feinsinnige Würze, mit der selbst das sattsam bekannte Rondo "alla turca" (K 331) zu einem neuen Stück wird. Die improvisatorischen Freiheiten, die sich Staier in diesem eigentlich ziemlich abwechslungsarmen Variationssatz nimmt, sind streng genommen eher für die Einmaligkeit eines Konzerts gedacht. Trotzdem: Selbst auf Tonkonserve macht Mozart so gespielt so viel Spaß wie selten. Das ist keine historische, das ist ganz und gar lebendige Aufführungspraxis.


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