Bübchen in Uniform

DREHLI ROBNIK | Kultur | aus FALTER 16/05 vom 20.04.2005

FILM Das NS-Schuldrama "Napola - Elite für den Führer" blickt gebannt auf Bubendummheiten und die ordentliche Bildungspolitik des Dritten Reiches. 

Wenn i nur aufhören könnt!" lautete einst ein Werbeslogan für Napoli Drageekeksi. Die Ähnlichkeit zwischen dem Markennamen der süßen braunen Leckerbissen und "Napola", einem im Dritten Reich gängigen Kürzel für "Nationalpolitische Erziehungsanstalt", ist zufällig. Und doch: Eine gewisse Unfähigkeit aufzuhören bringt der Film "Napola" in symptomatischer Weise zum Ausdruck. Damit ist nicht die Unmöglichkeit eines Schlussstrichs unter der Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit gemeint: Nicht aufhören können heißt hier, sich nicht sattsehen können an den Greatest Hits der Nazishow.

  "Napola" ist in mancher Hinsicht typisch für die NS-Geschichtsvermittlung in der heutigen Unterhaltungskultur der BRD, an deren einschlägigen Erfolgsprodukten die hiesige Medienöffentlichkeit ab und zu mitnascht; zur Massenwirksamkeit von

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