Unsicheres Geleit

Kultur | GERHARD MIDDING | aus FALTER 16/05 vom 20.04.2005

FILM Sex und Sühne, Tod und Vergebung: Der koreanische Film "Samaria" von Kim Ki-duk erzählt von der Mission zweier halbwüchsiger Prostituierter. 

Auf dem Schulweg erzählt der Vater seiner Tochter regelmäßig Geschichten von Wundern und Heiligsprechungen, von der Jungfrauenerscheinung in Fatima, von Mutter Teresa, die durch Handauflegen heilen konnte. Er ist sich nie ganz sicher, ob die Halbwüchsige ihm auch wirklich zuhört. Vielleicht zitiert er sie nur für sich selbst. Er ist Witwer und überdies als Polizist tagtäglich mit den Schrecknissen und der Verwerflichkeit der Welt konfrontiert. Da verwundert es nicht, dass er Zuflucht in christlichen Heilsversprechen sucht. Aber in einem koreanischen Film irritiert dieses Sehnsuchtsmotiv sehr.

  Es liegt ein Moment des Auferlegten darin, das Kim Ki-duks neuer Film sorgsam als selbstgewähltes und dann übertragenes Gebot des Handelns durchdekliniert. Der Regisseur (zuletzt: "Frühling, Sommer, Herbst, Winter ... und Frühling") hat


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