AUFGEBLÄTTERT

Kultur | KLAUS TASCHWER | aus FALTER 16/05 vom 20.04.2005

Eine beschissenere Lage als jene, in die Aron Ralston vor zwei Jahren geriet, ist schwer vorstellbar. Kaum nachvollziehbar ist aber auch, wie sich der junge US-amerikanische Bergsteiger wieder daraus befreite. Bei einer einsamen Wochenendwandertour durch ein abgelegenes Canyonsystem in Colorado rutschte ein Felsbrocken so unglücklich herab, dass Rastons rechte Hand zwischen dem 500-Kilo-Brocken und der Wand der Schlucht eingeklemmt wurde. Das passiert auf Seite 33 seines Berichts "Im Canyon", 272 Seiten später ist er der grausamen Falle entkommen. Doch anders als der Untertitel "Fünf Tage und Nächte bis zur schwierigsten Entscheidung meines Lebens" suggeriert, fällt ihm der Entschluss letztlich gar nicht mehr schwer, da alles andere den Tod bedeutet hätte: Ralston bricht sich Elle und Speiche, amputiert seinen Unterarm und gewinnt einen Wettlauf gegen das Verbluten um Haaresbreite. Die 350 spannenden Seiten, die er darüber geschrieben hat, können mit der Prosa von Ralstons erklärten


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