NÜCHTERN BETRACHTET

Nicht einmal geschenkt

Kultur, FALTER 16/05 vom 20.04.2005

Zu den unangenehmeren Dingen, die das Leben zu bieten hat, gehört die Angebots-Nachfrage-Asymmetrie. "Warum", frug schon Martin "Heidi" Heidegger, "ist vom Nichtigen nicht nichts, sondern vielmehr jede Menge da?" "Gut gefragt, alter Schwede, aber die Antwort kannst du dir selber geben! Wofür haben wir dich studieren lassen, du dumme Sau?! Deine ewige Fragerei bringt uns auf Dauer auch nicht weiter!", antwortete Adorno hörbar gereizt. Nun stimmt es natürlich, dass Heidegger in Sachen Usability nicht gerade das Schießpulver erfunden hatte, aber seine Frage war schon ganz okay. Man braucht ja nur in einen Supermarkt zu gehen, um dort Fruchtjoghurts in zweistelligen Geschmacksrichtungen, Weinen in zwei Farben oder zwei verschiedenen Almdudlersorten zu begegnen; aber einen Tonic-Verschluss, der nach dem Öffnen die Kohlensäurebläschen länger als einen halben Tag im Fläschlein hält, gibt es noch immer nicht. Unschön ist aber auch das Angebot, das keiner Nachfrage begegnet. Da hat man

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