STADTRAND

Ziemlich entbeerlich

Stadtleben | aus FALTER 16/05 vom 20.04.2005

Haben Sie heuer auch schon "aus Versehen" frische Erdbeeren gekauft? (Sie lesen immer noch den "Falter" und nicht die "Brigitte".) Aber falls Sie heuer schon bei Erdbeeren "aus dem sonnigen Spanien" zugegriffen haben, haben Sie damit nicht nur ihre persönliche Ökobilanz zusammengehauen, sondern Sie haben sich sicherlich auch geärgert. Weil Erdbeeren "aus dem sonnigen Spanien" Mitte April einfach nach überhaupt nichts schmecken. Die Beeren duften zwar verführerisch durch die Plastikverpackung (das Plastik muss parfümiert sein, anders geht das gar nicht), sie leuchten tiefrot (das signalisiert doch irgendwie Reife) - und schmecken trotzdem nach nichts. Im besten Falle. Haltbar sind sie auch nicht, verfaulen innerhalb von Stunden, kurz: Wer jetzt Erdbeeren kauft, hat sie nicht mehr alle. Beim Merkur reden sie einem allen Ernstes ein, dass Druckstellen ein Zeichen von Reife seien. Waren Druckstellen früher nicht ein Zeichen für Biomüll? Ich jedenfalls warte lieber noch ein paar Wochen bis zum nächsten Erdbeererwerb. Und dann kaufe ich heimische, nicht nur wegen meiner Ökobilanz. C. W.


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