Berlusconi und Benedikt

Vorwort | RAIMUND LÖW | aus FALTER 17/05 vom 27.04.2005

AUSLAND Neues aus Italien: vor dem Ende der Ära des Cavaliere, am Beginn eines neuen Pontifikats. 

2001 war Silvio Berlusconi ein Kunststück gelungen, das die meisten Kommentatoren als Resultat besonderer italienischer Verhältnisse ansahen. Nirgendwo sonst ist ja der Regierungschef der reichste Mann der Nation und kontrolliert gleichzeitig direkt die Medienwelt. Berlusconi schaffte es, dem Wahlvolk einzureden, sein märchenhafter persönlicher Reichtum sei der beste Beweis dafür, dass er auch das Land in eine goldene Zukunft führen könne. Solche Wunschvorstellungen sind keineswegs auf Italien beschränkt. Auch anderswo sehnt man sich nach dem Know-how einer über der schwierigen Wirklichkeit stehenden Führungspersönlichkeit, die konkrete Antworten auf die drängenden politischen Fragen hinfällig macht.

  Diesen Wunsch nach Konkretem verspottete letztes Jahr ein Stratege des Weißen Hauses in einem inzwischen berühmt gewordenen Interview der New York Times als Engstirnigkeit


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