"Die nehmen uns nicht ernst"

JULIA ORTNER | Politik | aus FALTER 17/05 vom 27.04.2005

DISKRIMINIERUNG Martin Ladstätter, führender Aktivist der Behindertenbewegung, über seine Ablehnung des Gleichstellungsgesetzes, das Schulverbot für Kinder und über Rollstuhlfahrer, die in Österreich nicht Lehrer werden dürfen. 

Martin Ladstätters Religionslehrer hat damals in den Siebzigern was sehr Blödes gesagt: "Behinderte kommen eh in den Himmel." "Die nehmen uns nicht ernst", dachte sich Ladstätter. Nur weil er und seine Mitschüler behinderte Kinder waren und in eine Sonderschule gehen mussten. Der heute 38-jährige Rollstuhlfahrer Ladstätter hat seine gesamte Schulzeit fernab der "normalen" Schule verbracht - behindert ist gleich Sonderschule, hieß es. Die Matura war für einen Mensch wie ihn erst gar nicht vorgesehen, er holte sie in der Abendschule nach.

  Ladstätter wollte nicht auf den Himmel seines Religionslehrers warten, sondern im Diesseits was erreichen. Auch für seinen kleinen Bruder, der die gleiche Muskelerkrankung hat wie er. 1990 gründete er mit anderen

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