"Nase zu, Blair wählen"

Politik | ROBERT MISIK | aus FALTER 17/05 vom 27.04.2005

GROSSBRITANNIEN Wählt I Ausgerechnet Tony Blair und seine Mittelwegsgefährten zeigen, dass ambitionierte Sozialpolitik auch heute noch möglich ist. Nur von seiner "Spin-Maschine" sollten sich kontinentale Sozialdemokraten fern halten. 

New Labour? Blairismus? "Opportunismus mit menschlichem Antlitz", hat das der New Yorker Intellektuelle Tony Judt zum Amtsantritt Blairs genannt. Und auch in der europäischen Debatte herrscht so etwas wie "Conventional Wisdom". New Labour, das sei doch nur eine Abart der Sozialdemokratie, es gehe ihr nicht um soziale Politik, sondern nur um gute Presse. Keine Substanz, viel Marketing. Eine Regierung, die, kaum gewählt, auf die Frage: "What's next?" nur antwortet: "Let's get reelected." Die, kurzum, nicht darauf aus ist, für richtige Politik Mehrheiten zu gewinnen, sondern der es nur darum geht, auf der Woge der Volksstimmung zu segeln - und der die Politik eigentlich schnurzegal ist.

  In Wirklichkeit ist wohl das Gegenteil wahr. So substanzlos ist


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige