Denisomatik

MAYA McKECHNEAY | Kultur | aus FALTER 17/05 vom 27.04.2005

FILM Claire Denis macht kluges Kino für den ganzen Körper. Im Filmmuseum präsentiert die Regisseurin von "Nénette et Boni" und "Beau Travail" nun ihr Gesamtwerk und zwölf inspirierende Arbeiten ihrer Wahl. 

Zur Vorbereitung ihres neuen Spielfilms "L'Intrus" wohnte Regisseurin Claire Denis einer Herztransplantation bei: "Es gibt da diesen furchtbaren Augenblick", sagt sie, "wenn der Körper offen da liegt und sie nehmen das defekte Herz und werfen es in den Müll. Da sieht man dann den ausgehöhlten Brustkorb eines Menschen: nur Rippen und die Lunge. Dieser Moment, in dem die Brust leer da liegt. Da ist einfach nichts. Das ist der Tod."

  Der Titel "L'Intrus" bedeutet "Der Eindringling" und spielt in Denis' Film unter anderem auf ein frisch verpflanztes menschliches Herz an, das vom Körper zunächst abgestoßen wird. Der Begriff ist der gleichnamigen Arbeit des Poststrukturalisten Jean-Luc Nancy entlehnt, eines Freundes der Regisseurin, der in diesem Band die eigene Herztransplantation

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