Apocalypso now!

Kultur | SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 17/05 vom 27.04.2005

MUSIK Der gute HipHop, es gibt ihn noch: Die UK-Rapperin M.I.A. bringt auf ihrem Debütalbum den Widerstand zum Tanzen, der US-Finstermann Saul Williams demonstriert beim Donaufestival, wie fruchtbar Paranoia wirken kann. 

Die unerträgliche Seichtigkeit des HipHop ist inzwischen so weit gediehen, dass schon fast vom Austrocknen einer Kunstform die Rede sein muss. Es stört am Geschehen dabei nicht einmal so sehr, dass Rapper alles daran setzen, um jeden Preis Millionäre zu werden, denn das war schon immer so. Ärgerlich ist jedoch, dass Reichtum als scheinbar glücklicherer Lebensumstand oft nicht mehr mittels künstlerischer Fertigkeiten erreicht werden soll. Die sprichwörtlichen musikalischen skills sind längst zur Nebensache, zu einer lästigen Begleiterscheinung der Entfaltung vieler Exponenten als Schauspieler und Modeschöpfer verkommen. Wenn einem heute zum Beispiel 50 Cent in der Schnellbahnstation von einem Plakat Gloria Gaynors tiefsinnige Disco-Weisheit "I am what I am"


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