Ein Korb voll Augen

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 17/05 vom 27.04.2005

LITERATUR Curzio Malapartes neu aufgelegter Roman "Kaputt" schüttet das Grauen des Zweiten Weltkriegs in den Salon des 19. Jahrhunderts. 

Als im Oktober 1944 in Neapel der Roman "Kaputt" erscheint, ist die Stadt bereits von alliierten Truppen eingenommen, eine Niederlage der deutschen Truppen in Sicht. Der Autor Curzio Malaparte besuchte von 1941 bis 1943 für den Corriere della Sera die Fronten und verarbeitete seine Berichte literarisch. Seine zweifelhafte Vergangenheit als erfolgreicher Journalist im faschistischen Italien der Zwischenkriegszeit trübt den großen Erfolg, den das Buch in zahlreichen europäischen Ländern nach Kriegsende erlebt. Der Roman mit anitnazistischer Tendenz über einen italienischen Kriegsberichterstatter, der bei Diplomaten und Besatzern ein und aus geht, gilt als das Werk eines Opportunisten. Der Vorwurf fehlender Wahrhaftigkeit betrifft indes auch die Form des Romans. Ein deutscher Kritiker spricht 1951 von einer "italienischen Mischung aus Blut, Parfüm


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