Traurige Trauben

MATTHIAS DUSINI | Kultur | aus FALTER 17/05 vom 27.04.2005

KUNST Die Sammlung Essl zeigt einen Überblick über das Werk der Malerin Maria Lassnig. Ihr später Ruhm fällt mit der Konjunktur des Genres Malerei zusammen. Die Wiener Galerien sind voll davon. 

Es tut mir um jeden Kuss leid, den ich versäumt habe", sagt die 86-jährige Künstlerin Maria Lassnig in einem Videoporträt, das in ihrer Werkschau in der Sammlung Essl zu sehen ist. Mit vierzig beschloss sie, die Beziehungskiste zuzuklappen und sich nur mehr auf die Arbeit zu konzentrieren. Heute sei sie zu Tränen gerührt, wenn ein Kind ihr Knie berührt. Mit vierzig, da malte sie in ihrem Pariser Atelier großformatige "Körpergefühls-Bilder". Das sind keine realistischen Selbstporträts, sondern mit geschlossenen Augen gemalte Ahnungen der eigenen Figur, in Linien und Farben den unmittelbaren Körperempfindungen folgend. Für Lassnig gibt es Streck- und Pressfarben, Riechfarben, Krebsangstfarben. Das Alter und das Atelier haben sie einsam gemacht. Auch den aktuellen Bildern sieht man

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