TIER DER WOCHE

Indianerköpfe

Stadtleben | PETER IWANIEWICZ | aus FALTER 17/05 vom 27.04.2005

Hilfe! So beginnen fast alle Leseranfragen. Und an diesen Hilferuf schmiegt sich die immer gleiche Beschreibung des Bösen: kleine, zahlreiche und vor allem sich viel zu nahe beim Betreffenden aufhaltende Tiere in der Gestalt von "Würmern" oder "Käfern". Nur die Farbe ist veränderlich: Im Winter ist das "Ungeziefer" meist weiß und wurmig, im Sommer kommen die schwarzen Käfer, während im Frühjahr rote Insekten unbestimmter Bauart das Leserforum dominieren. "Hilfe", tönt es dort, "in meinem Garten sind viele rote Tiere mit schwarzen Verzierungen und Punkten!" Manche erkennen bei diesen auch Formen (die Zeichnung am Rücken gleicht einem "Indianerkopf" mit Augen, Nase und Mund), andere betonen olfaktorische Wahrnehmungen: "Wenn man sie zertritt, dann quillt oranger Saft heraus, der unangenehm stinkt." Hier wäre zu relativieren, dass das Zertretenwerden sicherlich unangenehmer ist als der Geruch.

Auf dem Marktplatz werden auch urbane Mythen gehandelt (eine Nachbarin hat mir gesagt,


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