Citymaut

Staub aufgewirbelt

Steiermark Politik | aus FALTER 17/05 vom 27.04.2005

Der Speckgürtel wird breiter, Unternehmen und Bewohner wandern in die Umlandgemeinden ab. Trotzdem können die Bürger aus dem Bezirk Graz-Umgebung auf die Stadt nicht ganz verzichten. Viele arbeiten in der Stadt, profitieren von Kultur und Bildungseinrichtungen. Das Resultat: die Pendlerflut - mit ein Grund für das prekäre Feinstaubproblem in Graz. Als Maßnahme gegen die steigende Verkehrsbelastung haben SPÖ, KPÖ, Grüne und FPÖ nun im Gemeinderat beschlossen, die Einführung der sogenannten Citymaut prüfen zu lassen. Ein Zeichen der Hilflosigkeit nach Jahren der verfehlten Regionalplanung? Hermann Candussi, Verkehrsspezialist bei den Grazer Grünen, sagt: "Die Citymaut wäre ein intelligentes Steuerinstrument. Man bezahlt Fahrstrecken anstatt Parkplätze. Da könnten dann etwa jene mehr zahlen, die gute Alternativen im öffentlichen Verkehr haben." Die Wirtschaft ist traditionell gegen alle Maßnahmen, bei denen das Auto zum Handkuss kommt. Wie etwa Joseph Schnedlitz von der Handelsmarketing-Gesellschaft: "Das würde 5000 Arbeitsplätze kosten." So mir nichts, dir nichts wird es die Citymaut sowieso nicht geben, weil die gesetzlichen Grundlagen fehlen. "Dafür müsste der Landtag eine neue Regelung schaffen", meint der Grazer Magistratsdirektor Martin Haidvogl.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige