Ironie sozusagen

MATHIAS GRILJ | Steiermark Kultur | aus FALTER 17/05 vom 27.04.2005

Theater Das Grazer Schauspielhaus gibt ein Stück der steirischen Nobelpreisträgerin - nach dem norwegischen Ibsen - ziemlich deutsch.

Für den Besucher ist es ein Was-suche-ich-überhaupt-hier?-Abend. Auf der Bühne oben gibt es hingegen einen Bitte-ich-weiß-auch-was!-Abend. Das geht so: Elfriede Jelinek hat Ibsens 1879 uraufgeführtes "Et dukkehejm" gelesen und dazu auch was gewusst. Nämlich "Was geschah, nachdem Nora ihren Mann verlassen hatte oder Stützen der Gesellschaft". Dafür hat sie sogar "zahlreiche Nummern von Unternehmer- und Anlageberater-Zeitschriften durchgelesen". Das wurde ein dürftiges Stück und vor einem Vierteljahrhundert im Grazer Schauspielhaus uraufgeführt.

  Damals mag das Ganze was gewesen sein. Emanzipation und Aufrütteln und Kapitalismuskritik und so. Und dann auch Dekonstruktion von altem Theater- und Ideologiezeugs. Heute denkt man: Hätte der Leitl von der Wirtschaftskammer diesen Sachverhalt den plakativsten Kabarettzauseln anvertraut und sie dafür

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