Hummelschwarm

Steiermark Kultur | GREGOR SCHENKER | aus FALTER 17/05 vom 27.04.2005

BALKANJAZZ Zahnlose Weichspülarrangements und Hochgeschwindigkeitshackbretter: das war Grazjazz 05 

Was ist Jazz? Was ist Balkanjazz? Das versuchten Intendant Gerhard Kosel und sein Team vom Gamsbart vergangenes Wochenende herauszufinden.

  Als Eröffnung entlockte am Freitag Kalman Balogh seinem Cimbalon Hochgeschwindigkeitsläufe, ließ sein ungarisches Hackbrett zwischendurch klingen wie ein Honky Tonk Piano, einen tänzelnden Hummelschwarm, bewegte sich zwischen Csárdás und Django-Reinhardschem Zigeunerjazz. Der armenische Türke Ateshgan Yuseinov spielte seine Gitarre wie eine Sas in Vierteltönen. Peter Ralchev am Akordeon entführte in das nebelverhangene Thrakien, zog alle Register seiner Klang- und Tempovariationen und ließ seine linke Hand als ganzes Orchester fungieren.

  Balkan Winds, zweite Band des Abends, sind eine Multikulti-Showeinlage. Ihre zahnlosen Weichspülerarrangements erinnern an chinesische Mittagsbuffets. Kein Chinese würde da je einen Bissen runterbringen,


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