Bobfindung

FRANZ NIEGELHELL | Steiermark Kultur | aus FALTER 17/05 vom 27.04.2005

ZEITSCHRIFT "Bob", ein ambitioniertes, freches Kunstmagazin aus Graz, ist Buch und Magazin zugleich. 

Journalismus ist nur ein Charakterdefekt, mit dem man Geld verdienen kann", steht im Vorwort des druckfrischen neuen Magazins Bob. Herausgeber des Magazins ist der Grazer Club Bellevue - laut Eigendefinition eine Plattform zur Vernetzung mit international agierenden Künstlern und Kulturschaffenden. Geld verdienen können die Macher von Bob zwar noch nicht mit ihrem Produkt. Aber sie versammeln in der ersten Nummer schon jede Menge spannender Charakterdefekte. Und eine Reihe von sehenswerten Kunstproduktionen. "Wer bin ich", ist der Titel der ersten Ausgabe, die auf Identitätsfindung geht und gleichzeitig das Thema in charmanter Vielgestaltigkeit aufbereitet. So gibt es etwa ein Gespräch mit der Crooner-Legende Louie Austen, in dem der sich als mutigster Mann der Welt erweist, ein Porträt des Heimorgel-Rock'n'Rollers Mambo Kurt und Kurt Palm beschäftigt sich mit "Mozarts Masken". Bildstrecken und fotografische Kunstprojekte unter anderem von Christine Marneffe, Sebastian Mayer, dem Fotografen Tom Fecht, Jacqueline Dolati und der Jung-Designerin Mel Merio sorgen für ansprechende Ästhetik.

  "Monothematisch und multiperspektivisch" wolle man sein. Um diesen Anspruch erfüllen zu können, hat der Club Bellevue Bob zu einer Mischung aus Buch und Magazin gemacht.

  In einer Auflage von 10.000 Stück erscheint das Magazin halbjährlich. Vertrieben wird Bob in Deutschland, der Schweiz und in Österreich. Die nächste Nummer ist schon in Planung und widmet sich dem Thema "Eskapaden".

  Am 30. April wird das Magazin in Graz präsentiert. Um 22 Uhr öffnet das Cafe Thalia nach einer längeren Umbauphase dafür erstmals wieder seine Tore.


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