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Cool? Kul!

Steiermark Stadtleben | aus FALTER 17/05 vom 27.04.2005

Neulich gab es in Graz ein Rockkonzert, bei dem auch eine Band aus Zagreb die p.p.c.-Bühne erklomm, um zu zeigen, wo Gott wohnt und der Bartl den Most holt. Um ein Haar hätten wir's verpasst. Denn die Plakate, die Prljavo kazalisÇte in der Stadt ankündigten, waren nur auf Kroatisch.

  Manche Leute finden so was cool. Kroatisch gesagt: kul. Für mich ist es ludost. Unsinn. Wollen die Musiker, dass man zuhören kommt, sollten sie ihre Gigs auch auf Deutsch annoncieren. Oder auf Englisch. Wollen sie jedoch unter sich bleiben, brauchen sie keine Plakate. Und wenn sie sich nur an Stammesbrüder wenden wollen, frage ich: Das sollen Rocker sein!?

  Natürlich weiß jeder, dass Multikulturalität eine humane Vision ist, die bei einem Unifest funktionieren mag. Im Alltag erleben wir das nicht. Da wuchern die Ghettos. Und so ein Plakat verhindert, wozu die Musik von Prljavo kazalisÇte wunderbar taugt: beim Zusammenkommen sich auseinander setzen. Ich bin gegen Ghettobildung. Ich will nicht, dass in Graz, wie erlebt, Kroaten einander mit "Alo, ustasi!" grüßen: "Hallo, Ustascha!". Noch will ich, dass in Moscheen zum Judenmord aufgerufen wird. Und in den Ghettos keimen Faschismen und Fundamentalismen.

  Liegt euch Musikanten aus Zagreb an der Begegnung mit uns, helfe ich euch beim nächsten Gig gern beim Schreiben eines doppelsprachigen Plakats. Kul?


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