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ARMIN THURNHER
Vorwort | aus FALTER 18/05 vom 04.05.2005

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Vor 50 Jahren wurde Österreichs Einheit besiegelt. Trotzdem sind wir Zerrissene geblieben. 

Unerbittlich bewegt sich Österreich auf eines seiner Jubiläen zu. Abgesehen von Kommentatoren, Festrednern und staatsmächtigen Politikern, die nun naturgemäß Konjunktur haben, herrscht kaum Feierstimmung. Ein Fenstertag, das ist was. Aber ein Tag, an dem der Staat sich selber feiert? Dazu sind wir doch nicht selbstbewusste Nation genug. Oder schon so überselbstbewusst, dass wir es uns gar nicht mehr zu beweisen brauchen. Ein Staatsfeiertag ist ein Fenstertag mit lästigem Brimborium.

  Zwiespältig stehen Staatsbürgerin und Staatsbürger ihrem Staat gegenüber, ebenso zwiespältig verhalten sich die Staatsmächtigen gegenüber ihrem Staatsvolk. Ich beginne bei mir selber. Mit einiger Freude Österreicher, muss ich doch ständig an diesem Österreich herumkritisieren. Warum? Um meine Freude an ihm nicht zu verlieren, selbstverständlich. Man kann doch nicht einfach

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