HISTORIKER BOTZ ÜBER GUDENUS & CO

"Das sind keine Outsider"

Politik | aus FALTER 18/05 vom 04.05.2005

Erst sprach der BZÖ-Bundesrat Siegfried Kampl von Wehrmachtsdeserteuren als "Kameradenmördern" und einer "brutalen Naziverfolgung" nach 1945. Dann relativierte sein FPÖ-Kollege John Gudenus die Existenz von Gaskammern in Konzentrationslagern: Man solle "nicht Tabus aufstellen, sondern man soll physikalisch und wissenschaftlich prüfen". Zumindest Kampl trat zurück, doch das Problem bleibt, vor allem im dritten Lager. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Fessel-GfK vertreten 75 Prozent der FPÖ-Anhänger und sechzig Prozent der BZÖ-Fans die Ansicht, dass "der Nationalsozialismus für Österreich sowohl Gutes als auch Schlechtes gebracht" hat; insgesamt denken "nur" 44 Prozent der Österreicher so. Lediglich elf Prozent der blauen Sympathisanten meinen, das Hitler-Regime hätte "nur oder größtenteils Schlechtes gebracht" (33 Prozent bei den Orangen, 49 Prozent im Landesschnitt). 14 Prozent der FPÖler und acht Prozent der BZÖler glauben gar, die Nazis hätten


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