Es geht um Leben und Tod

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 18/05 vom 04.05.2005

MUSIK Keith Jarrett, der erfolgreichste Jazzpianist der Gegenwart, feiert am 8. Mai seinen sechzigsten Geburtstag und legt ein neues Live-Soloalbum vor. Ein Gespräch über die Befreiung der linken Hand, über die Vorzüge schlechter Klaviere, das Genie Miles Davis und lebensrettende Maßnahmen für den Jazz. 

Keith Jarrett ist einer der letzten heroischen Gestalten des Jazz. Und das nicht nur deswegen, weil er sich nach seiner Erkrankung am Chronic Fatigue Syndrom, das ihm das Klavierspielen für rund zwei Jahre unmöglich machte, als Pianist erst wieder neu erfinden musste. In seinem Trio beackert er mit Bassist Gary Peacock und Schlagzeuger Jack DeJohnette seit über zwanzig Jahren das weite Feld des Great American Songbook, indem er tausend Mal eingespielten Standards neue Facetten entlockt; im Alleingang nimmt er seit über dreißig Jahren das Wagnis auf sich, in vollständig improvisierten Konzerten von zum Teil epischer Dimension neue Klanguniversen entstehen zu lassen. Das jüngste


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