Kein Samowar, nirgends

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 18/05 vom 04.05.2005

THEATER Neun Jahre nach Zadek: Andrea Breth inszeniert Tschechows "Kirschgarten" im Burgtheater. 

Früher oder später musste es jemand auf sich nehmen, in Wien wieder den "Kirschgarten" zu inszenieren. Eine dankbare Aufgabe war es nicht. Vor etwas mehr als neun Jahren hatte Peter Zadek Tschechows letztes Stück im Akademietheater inszeniert, und an dieser großartigen Aufführung musste sich die nächste "Kirschgarten"-Inszenierung natürlich messen lassen. Andrea Breth hat es jetzt am Burgtheater gewagt, wobei der Regisseurin selbst solche virtuellen Vergleichskämpfe vermutlich herzlich fremd sind. Wenn Breth scheitert, dann an sich selbst und nicht an irgendwelchen Jahrhundertinszenierungen.

  Unsereiner aber kann nicht anders: Erst der Vergleich macht den Kritiker sicher. Zunächst fällt auf, dass Breth einen viel stärker konzeptionellen Ansatz als Zadek verfolgt: Während jener das Stück in einem skizzenhaft-schlampigen Pawlatschen-Naturalismus inszenierte, spielt die bittere


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