AUFGEBLÄTTERT

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 18/05 vom 04.05.2005

Am 6. Mai jährt sich der Todestag von Gustave Flaubert zum 125. Mal. Der Tod des Romanciers verhinderte auch die Fertigstellung von "Bouvard und Pécuchet", das 1881 posthum als Fragment erschien; aus dem Entwurf, der im Anhang der soeben erschienenen Neuübersetzung von Caroline Vollmann zitiert ist, lässt sich der beabsichtigte Schluss entnehmen: Die beiden Kopisten, die vom Autor auf eine Reise durch die Wissenschaften und Künste ihrer Zeit geschickt werden - vom Weinbau bis zur Anatomie, von der Gartenkunst bis zur Historie - enden wieder dort, wo sie vor der Erbschaft bzw. der Pension waren: beim Kopieren. Das ist die böse Pointe eines der lustigsten, aber eben bösartigsten Romane der Literaturgeschichte. Nichts, aber auch gar nichts gönnt der misanthropische Autor ("Ich möchte die Menschen in meinem Gekotzten ertränken") seinen beiden Wissensdeppen, die sich stets mit neuer Begeisterung auf das jeweils jüngste Interessengebiet werfen, bis es ihnen dann im Zuge der Rück-


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