Prada Meinhof

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 18/05 vom 04.05.2005

Marke & Macht

Kunst Der Kanadier Kalle Lasn schrieb mit "Culture Jamming" ein Pamphlet gegen die Global Players. Die gleichnamige Ausstellung im Linzer Lentos Museum bezweifelt, ob sich damit eine Kulturrevolution machen lässt. 

Als er fünf Jahre alt war, lag die Welt von Kalle Lasn in Trümmern. Da stand er mit seinem Vater im zerbombten Lübeck und winkte den amerikanischen Soldaten zu. Familie Lasn war vor den anrückenden sowjetischen Truppen aus der estnischen Hauptstadt Tallinn nach Deutschland geflüchtet. Die Markenwelt war damals freilich noch in Ordnung: Die GIs wedelten mit Kaugummis und Schokoriegeln. Sechzig Jahre später erinnert sich Lasn genau: "Es war Schokolade von Hershey's."

  Das mit amerikanischen Konsumgütern verknüpfte Freiheitsversprechen hat sich in seinen Augen längst in einen Albtraum verwandelt. "Seit den späten Sechzigerjahren ist Amerika nach und nach vor die Hunde gegangen. Die Kultur ist dekadent, die Menschen haben ihre Spontaneität verloren." Fastfoodkonzerne


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