STADTRAND

Feinstaub? Trittschall!

Stadtleben | aus FALTER 18/05 vom 04.05.2005

Das Wort hat das Zeug zum "Wort des Jahres". Gab es Feinstaubbelastung eigentlich auch schon früher? Ja. Und wieso redet man da erst jetzt drüber, fordert Ober- und Untergrenzen, lobt die angeblich gute Luft am Land (die wohl genauso feinstaubig ist wie jene in der Stadt) und will die Oberverantwortlichen anzeigen? Das Zeug, das wir da dauernd einatmen, ist verdammt ungesund, keine Frage. Aber, das wissen wir mittlerweile, Feinstaub ist hausgemacht. Genauso wie Greißlersterben oder tote Geschäftsstraßen. Wer sich darüber aufregt, dass der kleine Nahversorger am Eck plötzlich nicht mehr da ist, sollte sich gleichzeitig fragen, wo er denn in den letzten Jahren hauptsächlich seinen Kram gekauft hat. Wer sein Obst und Gemüse beim Billigdiskonter holt, braucht sich nicht aufpudeln, wenn der Markt im Viertel eingeht. Und wen Feinstaub im Hals kratzt, sollte mal kurz überlegen, was sein Auto alles an Ruß rauslässt, wenn man damit ins Shoppingcenter auf der grünen Wiese fährt. Hat eigentlich schon jemand den Trittschall entdeckt? Auch kein schlechtes Thema. Trittschall ist nämlich der Feinstaub von morgen! C. W.


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