Hallo Hotel

Stadtleben | WOLFGANG PATERNO | aus FALTER 18/05 vom 04.05.2005

HERBERGE Das Hotel Bauer am Gürtel ist eine Institution innerhalb des hiesigen Rotlichtmilieus. Nun gibt's ein Buch zum Stundenhotel. 

Ein Pole, ein vorgeblicher Maler, hat in dieser Einrichtung der flüchtigen Augenblicke den bislang nachhaltigsten Eindruck hinterlassen. Im Hotel Bauer in der Graumanngasse, inmitten eines Gewirrs aus Straßenbahnen, U-Bahnen und Zubringerstraßen direkt am Gürtel gelegen, gibt es drei Zimmer, die nur zu sehen bekommt, wer Heidi, Helga, René, Ricki oder Edith dorthin begleitet. Auf 40, 41 und 46 arbeiten jene Prostituierten, die sich Tag für Tag, seit Jahrzehnten, ohne die Zeit bis zur Pension im Kopf zu haben, auf dem Gehsteig vor dem Hotel Bauer die Füße in den Leib stehen. Kommt Stammkundschaft, erledigen sie die Arbeit in einem der drei Zimmer ohne Umschweife. 41 ist das chinesische Zimmer oder was sich ein malender Pole in Wien unter chinesisch halt so vorstellt; in Zimmer 40 sind Miniaturpyramiden an die Wand gepinselt, geheimnisvolles, erotisches


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