Steirerbrauch

Steiermark Stadtleben | aus FALTER 18/05 vom 04.05.2005

TIERE SCHLACHTEN Ein selten in den Kontext der Tierliebe (siehe "Falter" 17/05) gerückter Aspekt des Steirertums ist das Fleischessen. Dabei haben die beiden Phänomene durchaus miteinander zu tun: Sein Sonntagsbackhendl hat der Steirer zum Fressen gern. Er schämt sich aber auch nicht des Anblicks, wenn Tiere unpaniert auf den Teller kommen, man ihnen ihre existenzielle Nacktheit also ansieht. Die hierzulande überaus beliebte Schlachtplatte zeugt von dieser Ungerührtheit. Oder der Bluttommerl, eine sehr unverblümte Art, mit frischem Schlachtblut umzugehen. Manchmal aber geht das Schlachten dem Steirer anders ans Herz. Zum Beispiel wenn der in finanzielle Nöte geratene Tierpark Herberstein droht, alle Tiere in seinem Streichelzoo zu schlachten, falls das Landesgeld ausbleibt. Da ist vielen Steirern das Wasser eingeschossen. Aber sicher nicht im Mund. T. W.


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