Trivialpolitik

Vorwort | S. ROSENBERGER und G. SEEBER | aus FALTER 19/05 vom 11.05.2005

KOMMENTAR Umfragen dominieren die politische Berichterstattung. Wo bleibt die inhaltliche Auseinandersetzung? 

Politik als punktgenaue Prozentzahl? Meinungsumfragen statt Wahlen? Schon mitten im Wahlkampf? Das Format der Meinungsberichterstattung verdichtet zumindest diese Eindrücke. Wöchentlich füllen Beiträge über mehr oder weniger wahrscheinliche Stimmenstärken von politischen Parteien und steigende/schrumpfende Bekanntheitsgrade von Politikern die Seiten und Sendeplätze.

  Eine in die politische Meinungsforschung drängende Marktforschung und unter massiven Wettbewerbsdruck geratene Medien setzen gleichermaßen die Brille der Sonntagsfrage auf und bilden Diskurskoalitionen. Sie spezialisieren sich auf die Wiedergabe einer zwar einfach zu stellenden, aber von den Wähler und Wählerinnen keineswegs einfach zu beantwortenden Frage: "Welcher Partei würden Sie Ihre Stimme geben, wären am nächsten Sonntag Nationalratswahlen?"

  Diese Ausrichtung politischer Berichterstattung


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