Kommentar

Amadeus-Gala: Hier leben? Nein danke!

Kultur | GERHARD STÖGER | aus FALTER 19/05 vom 11.05.2005

Der deutsche Echo rühmt sich, der weltweit zweitwichtigste Musikpreis nach dem Grammy zu sein. Nicht, weil er derart angesehen wäre, sondern ganz einfach, weil Deutschland global gesehen nach den USA über den zweitgrößten Musikmarkt verfügt und die Masse eben die Musik macht.

Mit dem "Austrian Music Award" Amadeus gibt es seit 2000 auch ein österreichisches Pendant zu Grammy und Echo. International naturgemäß völlig bedeutungslos, hat sich die alljährlich Anfang Mai über die Bühne gehende und vom ORF inzwischen fast live gesendete Preisverleihung national doch umgehend zum wichtigsten Branchenereignis des Jahres entwickelt. Hier treffen sich Hinz und Kunz zum gemeinsamen Schulterklopfen, wobei diese fröhlich inszenierte Nabelschau auch einen interessanten Nebeneffekt hat: Man versichert sich selbst und der Öffentlichkeit so einmal jährlich, dass die Suppe im Topf namens "Austropop" weiterhin unverändert vor sich hinbrodelt, und zeigt sich erfreut über das eine oder andere


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