Bobobuben on the Rocks

Kultur | DREHLI ROBNIK | aus FALTER 19/05 vom 11.05.2005

FILM "9 Songs" von Michael Winterbottom zeigt schöne Menschen bei schweißtreibenden Praktiken: Sexhaben und Auf-Rockkonzerte-Gehen. 

Ein Helikopter fliegt über antarktisches Eis, dazu die Off-Stimme des Protagonisten: Seine Erinnerung an Lisa gelte nicht dem, was sie sagte, sondern ihrem Geruch und Geschmack. Aha. Na gut. Soll vorkommen. Später ist kurz vom ewigen Eis als Weltgedächtnis die Rede, das die Luft der Jahrtausende konserviert. Wir folgen artig dem sensualistischen Programm des Films und freuen uns, dass wir die tiefsinnige Metapher kapieren: Selbst in Zeiten der Erkaltung wird nix vergessen, schon gar nicht heiße Luft oder hitziges Flair.

  Beides weht in "9 Songs". Michael Winterbottoms Film zeigt, wie ein junges, weißes Londoner Paar appetitlich in der Wohnung liegt und lungert, mümmelt und lümmelt, Tee trinkt oder kokst, plauscht, streitet und viel Sex hat. Zwischendurch stehen die zwei auf Rockkonzerten herum, rauchend und kopfwippend. Am Ende ist ihr - sie ist


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