Verloren und verschoben

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 19/05 vom 11.05.2005

KUNST Das Künstlerduo Clegg & Guttmann perforiert die Grenzen zwischen Kunst und Soziologie, Museum und öffentlichem Raum. Die Galerie Kargl würdigt die 25-jährige Zusammenarbeit der beiden mit einer Werkschau. 

Dieser Tage in Wien einen Brief von der Straße aufzuheben kann unerwartete Konsequenzen haben. Klar, ein anständiger Bürger wirft ein frankiertes Kuvert mit der Adresse "Institut für Biomedizinische Physiologie" in den nächsten Postkasten. "The Lost Letter Technique" nennt sich das Projekt von Michael Clegg und Martin Guttmann, das ein soziologisches Experiment aus dem Jahr 1963 wiederholt. Mit den 320 ausgelegten Briefen testet das Künstlerduo das ethische Bewusstsein der Wiener. Eines gleich vorweg: In Bezug auf verlorene Post ist es eher schwach ausgebildet.

  Clegg & Guttmann feiern heuer ihr 25-Jahre-Jubiläum. Damit zählen die 1957 geborenen Israelis zu den dienstältesten Künstlerpaaren am internationalen Parkett. Anfangs arbeiteten sie mit Fotografie, während


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