Endlich daheim

Steiermark Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 19/05 vom 11.05.2005

THEATER Entdecke die Wessely in dir: Das Grazer Theater im Bahnhof bringt Elfriede Jelineks Skandalstück "Burgtheater" zwanzig Jahre nach der Uraufführung erstmals in Österreich auf die Bühne. 

Für einen österreichischen Theaterskandal ist eine Theateraufführung in Österreich nicht unbedingt Voraussetzung. Einer der größten Skandale der jüngeren österreichischen Theatergeschichte fand im Herbst 1985 sozusagen exterritorial statt. Die Uraufführung von Elfriede Jelineks Stück "Burgtheater" in der damaligen deutschen Bundeshauptstadt Bonn löste eine Art Tsunamieffekt aus: Obwohl das Epizentrum knapp tausend Kilometer entfernt lag, gingen erst in Wien die Wogen der Empörung hoch.

  Die damals am Beginn ihres Ruhms stehende Jelinek - ihr Erfolgsroman "Die Klavierspielerin" war erst zwei Jahre zuvor erschienen - hatte in ihrem dritten Theaterstück ein Tabuthema bearbeitet: die Nazivergangenheit des legendären Burgschauspielerclans Hörbiger-Wessely. Paula Wessely und ihr Mann


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