Unter Totengräbern

Vorwort | ARMIN THURNHER | aus FALTER 20/05 vom 18.05.2005

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Man muss Karl-Heinz Grasser nicht verteidigen, um festzustellen, dass ihm Unrecht geschieht. 

Schon wieder beschäftigt mich Herr Grasser, ohne dass ich wirklich Lust zu dieser Beschäftigung verspüre. Es ist nur so, dass eine ostentative Missachtung des Themas an dieser Stelle nicht unbedingt den Charakter einer kraftvollen Manifestation hätte, etwa, als erschiene die Kronen Zeitung mit einer leeren Titelseite oder mit einem vernünftigen Kommentar. Ich kann ja nicht einmal der einschlägigen journalistischen Lieblingsbehauptung dieser Tage zustimmen: Wenn mich etwas nicht interessiert, ist es Herrn Grassers Privatleben. Dieser Satz wäre nicht einmal als Notlüge gestattet, denn so viel Medieninteresse generiert Interesse, also interessiert auch mich Herrn Grassers Privatleben. Es ist bereits Heuchelei, nichts zu Herrn Grassers Affären zu sagen oder nichts von ihnen zu wissen. Man kommt nicht an ihnen vorbei, insofern grenzt die Affäre Grasser an öffentliche


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