PRESSESCHAU

Medien | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 20/05 vom 18.05.2005

Letzte Woche war in News ein guter Text über die österreichische Identität zu lesen. Mit Betonung auf lesen. Fundiert, ausführlich, unaufgeregt, nicht gnadenlos zugespitzt. Guter Einstieg, logischer Aufbau, guter Schluss. Und das alles auch noch sauber geschrieben. Ohne endlose Satzkonstruktionen, mittels Bindestrichen zur Unleserlichkeit miteinander verschränkt. Ohne selbst erfundene Ausdrücke, die Originalität vorschützen sollen. Ohne Wortspiele, die nicht aufgehen. Ohne "so" als Synonym für "sagt". Ohne die Behauptung: "Fakt ist:". Nichts war "exklusiv". Nur ein Mal war vom "NEWS-Gespräch" die Rede, "NEWS-Talk" hatte gar keiner stattgefunden. Und es war nicht der erste gute Artikel in der Illustrierten. Schon einen Monat zuvor war eine interessante Analyse der Beziehung zwischen Wolfgang Schüssel und Jörg Haider erschienen. So, jetzt trifft mich der Vorwurf nicht mehr, den Hans Krankl in seinem Häppchen erhob, das die Geschichte über die Nation natürlich trotzdem garnierte: "Ich hasse die furchtbare Neidgenossenschaft in diesem Land und den Negativismus."


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