Kommentar

Der Intendant ohne Eigenschaften

WOLFGANG KRALICEK | Kultur | aus FALTER 20/05 vom 18.05.2005

Burgtheaterdirektor Klaus Bachler wechselt in drei Jahren überfallsartig den Arbeitsplatz und wird Intendant der Bayerischen Staatsoper in München. Das kommt ungefähr so überraschend wie die Feststellung, dass in drei Jahren die nächsten Olympischen Sommerspiele stattfinden werden. Es war zu erwarten, dass Bachler über seinen bis 2009 laufenden Vertrag hinaus nicht am Burgtheater bleiben würde, weshalb es auch müßig erscheint, wenn jetzt über mögliche Ursachen seines Abgangs spekuliert wird. (Dass sich der alte und der neue Job in der Saison 2008/09 überschneiden, ist allerdings etwas merkwürdig und keineswegs so normal, wie er jetzt tut.) Geht Bachler, weil Staatssekretär Franz Morak die Subventionen nicht erhöht? Oder weil der Wiener Staatsoperndirektor Ioan Holender mehr von den Bundestheatersubventionen kriegt, als ihm zusteht?

Nein: Bachler geht, weil er am Ende seines Vertrags zehn Jahre Burgtheaterdirektor gewesen sein wird und es in diesem Metier völlig normal ist,

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