Big Brother mit Senioren

Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 20/05 vom 18.05.2005

FESTWOCHEN Alvis Hermanis ist einer der begehrtesten Regisseure Europas. Mit einer grandiosen Studie über alte Menschen gastiert der Lette erstmals in Wien. 

Riga, im Februar 2004: Draußen ist es eiskalt, und der Schnee wird wohl noch bis tief in den Frühling hinein liegen bleiben. Im winzigen Büro von Theaterdirektor Alvis Hermanis ist es gemütlich und plüschig. Es sieht ein wenig aus wie im Theater in der Josefstadt, rote, schwere Stofftapeten, alte Bilder - alles wie aus einem anderen Jahrhundert. Und hier sollen Lettlands kühnste Theaterinszenierungen ausgedacht werden, jene gefeierten Abende, die von Festival zu Festival reisen und Lettland als spannendes Theaterterritorium etablieren? Wahrscheinlich sind es genau die eigenartigen Widersprüche, auf die man bei Alvis Hermanis als Regisseur, als Schauspieler, als Theaterleiter immer wieder stößt, die seine Arbeiten so aufregend machen. Er redet wie Frank Castorf (wenn er nicht gerade sehr wortkarg ist), aber er inszeniert


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