Oktoberregen im Frühling

ROBERT ROTIFER | Kultur | aus FALTER 20/05 vom 18.05.2005

MUSIK Die Go-Betweens stellen ihr Reifewerk "Oceans Apart" demnächst live in Wien vor. Ein Gespräch mit Grant McLennan und Robert Forster über vergessene Bohemiens, Zugfahrten mit Dostojewski und die Sehnsucht nach Tasmanien. 

Beständig großer Pop entspricht erfahrungsgemäß nie den Konventionen seiner Zeit. Die Annahme, dass er jener deshalb voraus wäre, ist aber purer Optimismus. Politisch gesehen mag sich die Welt etwa nie von jener Periode erholt haben, als die jungen Börsianer mit Föhnfrisuren und roten Hosenträgern selbstzufrieden zum Soundtrack vergänglicher Größen wie Spandau Ballet und Duran Duran wippten, während Thatcher, Reagan und Kohl freudig die Wohlfahrtsgesellschaft demontierten.

  Als Haartaft und Schulterpolster die Popwelt regierten, waren die Go-Betweens von all dem einfach zu unbeeindruckt, einerseits um dazuzugehören, andererseits um sich als Antithese zum - wie man damals sagte - "Zeitgeist" darzustellen. Die unprätentiös dahingeschrammelten Gitarrenpopsongs

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