Das Erbe von Eschnapur

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 20/05 vom 18.05.2005

FILM Indogermanische Freundschaft: Die Reihe "Import Export" geht dem Kulturtransfer zwischen Indien und dem deutschen Sprachraum nach. 

Kein anderer Stoff hat das deutsche Indienbild so nachhaltig geprägt wie "Das indische Grabmal". Thea von Harbous exotischer Abenteuerroman, 1917 bei Ullstein erschienen, wurde als Tatsachenbericht verkauft und avancierte zum Bestseller, der im Lauf der Jahre zudem noch drei (monumentale) Verfilmungen nach sich zog. Die letzte entstand 1958 unter der Regie von Fritz Lang, dem Exmann der inzwischen verstorbenen Autorin. Dass er seinen Filmzweiteiler milde herablassend bloß als "Der Tiger von Dextropur" und "Das kindische Grabmal" apostrophiert haben soll, mag durchaus auch eine kleine böse Spitze gegen seine frühere Drehbuchautorin und Frau gewesen sein; von Harbou war in dritter Ehe mit einem indischen Kaufmann verheiratet.

  Eventuell lässt die Anekdote etwas von der mannigfaltigen Wechselbeziehung zwischen Indien und Deutschland erahnen, vom regen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige