Schluss mit bissig

Stadtleben | aus FALTER 20/05 vom 18.05.2005

HUNDE Mit Hundeführerschein und Halteverbot will die Stadt böse Herrlis an die Leine legen.

Den Freibiss können sie vergessen - die verantwortungslosen Menschen, die ihre Hunde quasi wie eine geladene Waffe halten, aber bisher erst belangt werden konnten, wenn das Tier schon zugebissen hatte. Mit einer Novelle zum Wiener Tierhaltegesetz führen jetzt Umweltstadträtin Ulli Sima und Tierschutzstadträtin Sonja Wehsely diverse Auflagen für Waldibesitzer ein. Kernpunkt des "Sicherheitspakets rund um den Hund": die Einführung des Hundeführerscheins, für den Halter und Hund gemeinsam ein intensives Training machen. Die Absolvierung ist freiwillig, die Teilnehmer bekommen dafür ein Jahr die Hundesteuer erlassen. Halter von auffälligen Hunden, die andere Leute belästigen oder bedrohen, werden allerdings zum Hundeführerschein verdonnert - bevor die Tiere zubeißen können. Und über böse Herrlis, die im Amtsdeutsch als "nicht vertrauenswürdig" gelten, kann ein Hundehalteverbot verhängt werden. Blöd für Schlägertypen und Komplexler, die ihren Bello gerne als Waffe missbrauchen. Und alle Hundehalter müssen künftig für ihre Vierbeiner eine Haftpflichtversicherung abschließen. Sogenannte Kampfhunde werden mit dieser Novelle jedenfalls nicht als gemeine Viecher abgestempelt - Veterinärmediziner und Verhaltensforscher haben nämlich festgestellt, dass es zwar gefährliche Hunde gibt, aber keine Rasse per se gefährlich ist. Das bestätigt auch eine aktuelle Schweizer Studie. Dort finden sich unter den sieben am weitest verbreiteten Hunderassen folgende fünf Gattungen, die statistisch am häufigsten zubeißen: Deutscher Schäfer, Schweizer Sennenhund, Spaniel, Dackel und Golden Retriever. J.O.


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